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Ludwig Wienecke
"VON FÜRSTENHAGEN NACH DUISBURG - ein Fürstenhagener Junge erzählt"
285 S. - Eigenverlag, vertieben durch BLURB, www.blurb.de/bookstore/
Hrsg. Max MehnerLudwig Wienecke "VON FÜRSTENHAGEN NACH DUISBURG - ein Fürstenhagener Junge erzählt" 285 S. - Eigenverlag, vertieben durch BLURB, www.blurb.de/bookstore/ Hrsg. Max MehnerLudwig Wienecke (Autor)      L. Wienecke bei der Arbeit, ca. 1970L. Wienecke bei der Arbeit, ca. 1970Max Mehner (Hrsg.)         Von Fürstenhagen         nach Duisburg            
Vertrieb: BLURB  285 S.
 
Wir befinden uns in den 1960er Jahren, in Krefeld am Niederrhein.

Ein alter Mann sitzt in seiner kleinen Dachwohnung am Wohnzimmertisch und bearbeitet die Typen seiner schweren AEG Schreibmaschine mit seinen kräftigen Zeigefingern. Er befindet sich auf einer Reise. Sie führt ihn in sein Dorf im Weserbergland, wo er als jüngstes von zehn Kindern aufgewachsen ist, zu dem Steinbruch, in dem er als Arbeiter unter Mühen sein Geld verdient. Wo er seine große Liebe kennenlernt, die schöne Berta, die in der Villa des Betriebsleiters als Hausmädchen arbeitet. Und sein Stolz wird deutlich, es später als Stadtinspektor "zu etwas gebracht zu haben".

Er beschreibt seine Gedanken, seine Gefühle und seine Zuneigung zu der bäuerlichen Landschaft und zu den Menschen die ihn umgeben, berichtet über Ablehnung und Missgunst. - Und er wird Soldat, kämpft im Nordwesten von Frankreich für die "Ehre" von Krupp und Kaiser. Er ist Mitläufer, er scheint sich nicht im Widerspruch zu diesem Krieg zu sehen. Er will leben und weiter kommen. -  Manches von dem, was er zu den gesellschaftlichen Problemen seiner Zeit sagt, verursacht mir Unwohlsein, Widerspruch.

Der alte Mann ist mein Großvater Ludwig, genannt Louis.

Original-ManuskriptOriginal-Manuskript

In jungen Jahren habe ich fast täglich das harte Stakkato seiner Schreibmaschine vernommen, die ihn bei seiner "Reise" begleitete. Seit Jahren versuchte ich, an das Manuskript zu kommen, das sich im Besitz seines jüngsten Sohnes befand. Als kürzlich mein Onkel verstarb, kamen Ludwigs Aufzeichnungen dann zu mir. Die vergilbten Schreibmaschinenblätter sind ungeordnet, oft falsch zusammengeheftet, fragmentarisch. Aber sie zeigen eine genaue Beobachtungsgabe, niedergeschrieben in einer manchmal romantisch-verklärten Sprache (Louis ist ein Kind seiner Zeit). Doch dieser Schatz war es nach seiner Sichtung und Aufarbeitung vielleicht Wert, veröffentlicht zu werden.

 

Leseprobe1

Louis und Berta lernen sich kennen...  "Berta und ich begaben uns wieder auf unsere bisherigen Plätze und setzten uns nieder und schauten in die dämmernde Umgebung. Vor uns lag ein Wiesental, in dem, wenn auch nur ungenau wahrzunehmen, Kühe weideten. Es war einer jener Sommerabende, der Geheimnisse in sich zu bergen schien oder doch ausstrahlte. Die Luft war mild, doch mit der zunehmenden Dunkelheit wurde die Temperatur frischer und belebender, für die Menschen und auch für die Tiere, die an diesen Tagen unter einer großen Hitze gelitten hatten. Noch saßen wir beide nebeneinander, stumm, ohne uns zu berühren, scheinbar jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Was sollte ich tun?, dachte ich. Sie sah zum Himmel auf, der sich in einem durchsichtigen Blau über uns wölbte."

 

Leseprobe 2

Auf dem Weg in die Dorfkneipe - Louis und seine Arbeitskollegen vom Steinbruch 

"An einem Donnerstag ging der Spaziergang vonstatten. Es ging eilends herunter durch den grünen Buchenwald auf den blank getretenen Wegen unserer  Kameraden, die diesen Weg jeden Abend und Morgen machen mussten, dafür aber auch das Vergnügen hatten, jeden Abend bei der Mutter zu sein. Etwa nach zwanzig Minuten, da wir unserem jugendlichen Übermut freien Lauf ließen, traten wir aus dem Wald in das freie Feld hinaus. Dort unten lag das Dorf Lödingsen, unser Ziel.

L.W. - Turnverein Fürstenhagen 1914L.W. - Turnverein Fürstenhagen 1914

Ich glaube, wir hatten allesamt nur einen Gedanken, wie schön wäre es doch, wenn wir jeden Abend zuhause sein könnten. - Schon zu Beginn unseres Einmarsches wurden wir von verschiedenen Seiten begrüßt. Auch hier war es in diesen Dingen nicht anders wie daheim. Auch hier mussten nach Feierabend noch manches getan werden, je nach Wetter und Jahreszeit. Hier begegnete man uns mit dem Handwagen, um Futter für das Vieh einzuholen, dort drüben war man am Holz sägen. Aber von allen Seiten wurden wir freundlich begrüßt. Wiederholt wurden wir angerufen:'Goot mann unne nan Krage, weh komet ak bale!' Damit war die Richtung für den Abend bereits angegeben..."